Fischbestand im Salinensee wird aufgestockt

veröffentlicht am 12. Dezember 2025

Fischbestand im Salinensee wird aufgestockt

 

Der Angelverein Bad Dürrheim-Sunthausen hat beim Vereinswettbewerb 2024 gewonnen. Durch das Preisgeld zieht nun neues Leben im Salinensee ein.

Es ist Ende März 2023 als über Nacht Wassermassen aus dem Salinensee in Bad Dürrheim abfließen. Kurze Zeit später meldet die Stadt Bad Dürrheim „eine geplatzte Dichtung im Hydrauliksystem der Wehranlage“ des Sees. Diese führte dazu, dass sich das Wehr öffnete und das Wasser in das Bachbett der Stillen Musel floss. Die eigentliche Dramatik daran: Mit den Wassermassen wurden auch zahlreiche Fische aus ihrem Lebensraum gespült. Da sich der Wasserspiegel des Salinensees zudem erheblich senkte, wurden große Teile des Sees trockengelegt. Dazu zählten auch unzählige Laichplätze, sodass der gesamte Nachwuchs für das Jahr 2024 verloren ging.

 

Für die Pflege des Gewässers zeichnet der Angelverein Bad Dürrheim-Sunthausen verantwortlich, der den Salinensee von der Stadt gepachtet hat. Dabei geht es längst nicht nur um das Hobby des Fischens, sondern vor allem darum, das Gewässer zu pflegen, den Fischbestand zu kontrollieren und einen Lebensraum für Fische, Muscheln und andere Tiere zu schaffen. Da der Defekt des Stauwehrs laut Verein von der Versicherung als „höhere Gewalt“ eingestuft wurde und der Schaden nicht bezahlt wurde, bewarb sich der Angelverein im Jahr 2024 beim Vereinswettbewerb der Sparkasse Schwarzwald-Baar und des Südkuriers. Das Projekt, die Population im Salinensee mit Jungtieren nachhaltig wieder aufzustocken, kam bei der Wettbewerbsjury so gut an, dass es mit einem Jurypreis von 5.000 Euro belohnt wurde.

Verein investiert in Jungfische

Im November 2025 war es dann soweit: Gewässerwart Raphael Schäfer hat gemeinsam mit Sparkassen-Pressesprecher Michael Pohl den ersten Schritt des Projekts gemacht und rund 200 Jungfische in den Salinensee eingesetzt. „Uns geht es ja nicht allein darum, Fische in den See zu setzen, die wir direkt anschließend wieder angeln, sondern wir wollen eine ausgewogene Population schaffen, zu der auch ausreichend Jungfische gehören. Deshalb kommen junge Schleien und Zander in den See – also sozusagen frisches Blut, um sich langfristig gesund zu vermehren und einen stabilen Fischbestand zu erhalten“, erklärt Schäfer.

 

Die im See heimischen Schleien seien ohnehin keine Fische, die primär für den Verzehr gefangen werden, erklärt Schäfer. Und die Zander seien in den kommenden fünf Jahren auch noch zu klein. „Natürlich gehen wir unserem Hobby nach und angeln, um ab und an auch einen Fisch danach zu essen. Aber die Anzahl der Fische, die wir fangen, steht in keinem Verhältnis zu denen, die wir jährlich einsetzen“, betont der Gewässerwart. Schließlich investiere der Verein jährlich mehrere Tausend Euro in den Fischbestand und die Gewässerpflege.

Weitere Aktionen sind geplant

Insgesamt leben laut Raphael Schäfer sieben unterschiedliche Fischarten im Salinensee. Dazu zählen neben den zwei bereits genannten noch Rotaugen, Rotfedern, Brachsen, Forellen und Karpfen. Darüber hinaus gebe es noch ein paar wenige „Kleinstarten“. Diese sind schützenswert und wichtig für das Gewässer, weshalb sie auch nicht geangelt werden.

Zur Renaturierung des Salinensees nach dem großen Schaden gehört aber nicht nur das Auffüllen des Fischbestands, sondern auch das Einsetzen von Pflanzen und anderen Tierarten. So sollen selbstgebaute Laich-Hilfen für Fische eingesetzt werden, die auch als Verstecke für andere Tierarten dienen können. Dies seien weitere Schritte, die der Verein im kommenden Jahr angehen möchte, um den wertvollen Lebensraum in Bad Dürrheim wieder langfristig auf Vordermann zu bringen.